Auf der Rückreise in den Norden wollen wir via die Barrage de Souapiti und Télimélé nochmals hoch in die Berge.
Da wir über diese Route nicht viel wissen, staunen wir nicht schlecht, als wir die N3 bei Koubiya in Richtung Stausee verlassen. Statt auf einer im üblichen Schauerzustand, geht's auf der momentan wohl besten und leersten Strasse Guineas durch dieses relativ dünn besiedelte, fruchtbare Farmgebiet entspannt bis zum Damm.












Hier wird der Konkouré, einer der grossen, dem zentralguineischen Hochland Fouta Djallon entspringenden Flüsse, seit Ende 2020 im hügeligen Tiefland gestaut. Entstanden ist ein stark verästelter See mit einer Fläche von 253 Quadratkilometern, die den hier lebenden Menschen zuvor als Land zur Verfügung stand. 16'000 Menschen aus 101 Dörfern wurden vertrieben oder umgesiedelt, deren Häuser mitsamt 42 km² Ackerland, sowie 550'000 tragenden Bäumen überflutet und wichtige Verbindungswege zwischen Siedlungen gekappt.
Was das für die direkt Betroffenen und auch für die Bewohner der umliegenden Dörfer, wohin die vertriebenen umgesiedelt wurden, bedeutet, legt der Bericht 'We're Leaving Everything Behind' von Human Rights Watch schon 2020 ausführlich dar. Und dass die Bevölkerung ganz einfach betrogen wurde und im Stich gelassen wird, zeigt die vier Jahre danach entstandene Studie von International Rivers eindrücklich.
Das Wasserkraft-Projekt 'Souapiti' wurde im Rahmen der chinesischen Belt and Road Initiative (Neue Seidenstrasse) finanziert und von der chinesischen CWE (China International Water & Electric Corporation) realisiert - ein weiterer Beweis für die grosse L'Amitié Sino-Guinéenne ?
Erst nach Prüfung unserer Visa und dem Grund unseres Erscheinens hier lassen uns die Gendarmen am Checkpoint die Brücke über den Ausfluss des Konkouré queren. Schon 500m danach ist dann fertig lustig mit Asphalt und die Strasse wird zu einer staubigen und mühsamen Piste durch die Dörfer oberhalb des Sees. Zugegeben, auch ein Stausee erzeugt diesen romantischen Weitblick und es gibt schöne Plätze am Ufer. Doch man merkt bald, dass da etwas nicht stimmt, die Siedlungen und die Menschen haben keine harmonische Verbindung zum See und in den Dörfern ist eine gewisse Tristesse nicht zu übersehen.













































































































































































































































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