Afrika

‚Ein Vorstoss in den Hohen, Mittleren und den Sahara-Atlas‘

Im Frühjahr 1926 konnte der Bündner Geologe und Fotograf Moritz Blumenthal an einer schweizerischen wissenschaftlichen Expedition teilnehmen, die Ihn in die Atlas-Gebirgszüge Nordafrikas führte. Darüber berichtete er 1927 in einer „kleinen Plauderei“, wie er dies nannte, in ‚Die Alpen‘, der Zeitschrift des Schweizerischen Alpenclubs.

Ich bin zufällig beim Googeln auf dieses historische Dokument gestossen, das von Bergwelten erzählt, die auch wir in den letzten Jahren häufig bereist haben. Der Text ist vor allem aus geografischer Sicht interessant, aber auch hinsichtlich der Veränderungen bzw. Konstanten der sozialen, technischen und politischen Gegebenheiten in den Atlas-Bergen während der letzten hundert Jahre. Und nicht zuletzt, ist er sprachlich und gerade wegen mancher überkommener Betrachtungsweise ziemlich amüsant.

Go back to Africa

Go back to Africa – oder wer ist eigentlich wo zu Hause?
Macy Gray hat eine erstaunlich einfache und schlüssige Antwort auf die Frage …

Die neue Transsaharienne

Diejenigen, die den Blog unserer letzten Afrikareise verfolgt haben, wissen, dass wir Mitte Februar 2023 eine Woche in der „verbotenen“ Stadt Tindouf ganz im Westen von Algerien verbrachten. Die sieben Tage dort standen wir mit unserem Reisemobil verordnetermassen und kontrolliert auf dem Hof des Hotels Djebilet. Es ist vermutlich das nobelste der Stadt und beherbergt die wenigen offiziellen Fremden, wie Handelsreisende, NGO-Leute oder Vertreter algerischer Ämter. So hatten wir die Gelegenheit trotz eingeschränkter Bewegungsfreiheit, allerlei interessante Menschen kennenzulernen, denen wir sonst nicht begegnet wären.

Unter anderem sind wir mit zwei Ingenieuren aus Béchar ins Gespräch gekommen, die uns, an einem dank Sandsturm freien Tag, von ihrer Arbeit und der geplanten Strasse von Tindouf nach Zouérat in Mauretanien erzählten, mit deren detaillierten Streckenführung sie gerade beschäftigt seien.
Da schon 2018 die moderne Grenzanlage bei Mustapha Ben Boulaid / Hassi Abdala 75 südwestlich von Tindouf inklusive der 75km langen Zufahrtstrasse fertiggestellt worden waren, überraschte mich dieses Projekt nicht.

Erstaunt war ich allerdings, als ich vor wenigen Tagen auf Artikel des APS (Algérie Press Service) datiert vom Februar stiess, die zeigen, dass das Projekt kurz vor Beginn der Realisierung steht. Die Zusammenarbeit mit Mauretanien ist besiegelt. Die Algerier werden die Strasse finanzieren, sie bauen und dann die Infrastruktur für weitere zehn Jahre unterhalten. Mauretanien wird die Baumaterialien und die Arbeitskräfte stellen und ist für die Sicherheit der Baustellen verantwortlich.

Da die Route von den Ingenieuren mit 773km vorangeschlagt wird, kann man davon ausgehen, dass sie nicht der „kolonialen“ Piste via Bir Moghrein folgen wird. Wenn ich die Enden der bereits etablierten Teilstrecken, der von Tindouf bis zur Südostecke der Westsahara (A) und der von Zouérat in die abgelegenen Erzabbaugebiete (B), direkt verbinde, komme ich auf folgende, genau der projektierten Länge entsprechende Route:

Sie ist das „Missing Link“ einer neuen, asphaltierten Transsaharienne, einer Handelsroute vom östlichen Maghreb (Algerien, Libyen) in die Länder Westafrikas (bis Ghana). Die Konkurrenz zur bisher einzigen Verbindung dorthin, der marokkanisch kontrollierten Strasse dem Atlantik entlang, ist eigentlich längst überfällig und wird den wirtschaflichen und sozialen Austausch der Länder fördern!
Oder wie es Lakhdar Rekhroukh, der algerische Minister für öffentliche Arbeiten, Hydraulik und Basisinfrastruktur, ausdrückt:
„Das Projekt dieser Straße ist von großer wirtschaftlicher und sozialer Bedeutung auf regionaler und kontinentaler Ebene“, da sie angesichts der geostrategischen Lage von Algerien und Mauretanien als zwei Transitpunkte zwischen Europa, dem Maghreb und Afrika einen internationalen Transitkorridor darstellt und den Personen- und Warenverkehr fördert, um „den Export der nationalen Produktion in afrikanische Länder zu fördern und die Wiederbelebung der Wirtschaft der gesamten Region.“

Quellen La Patrie News: 1 2 3

Achats letzte Reise

Gestern Abend, am Abend des 3. April 2024, hat uns Achat verlassen.

Er war schon am Tag davor sehr müde, hatte keinen Appetit mehr und hat dann gestern den ganzen Tag über das Trinken verweigert. Wir haben ihn gekühlt, haben ihm etwas Wasser eingeflösst und er konnte so ganz ruhig in unseren Armen sterben.
Er wurde 18 Jahre und 197 Tage alt.

Heute haben wir Achat an einem schönen Ort im Tassili beerdigt. Er wird dort seine Ruhe finden und uns nicht mehr rufen müssen …
Doch unseren alten Herrn Hund, der uns seit siebzehneinhalb Jahren auf Schritt und Tritt vertrauensvoll gefolgt ist, mit uns die verrücktesten Sachen freudig und klaglos durchgestanden und sich dabei stets loyal um uns gekümmert und uns beschützt hat, dort alleine zurückzulassen, tut weh und fühlt sich etwas wie Verrat an.

Es tun sich Leeren auf – er fehlt.

Wüsten-Wasser

Beeindruckt vom vielen Wasser an manchen Orten in der Sahara, vor allem entlang dem Oued Saoura, mit den gar nicht mal so tiefen Brunnen und den Foggaras, hab ich nach Erklärungen gesucht.

Gefunden habe ich eine alte, aber sehr interessante Schrift von Heinrich Schiffers, einem deutschen Geographen und Afrikaforscher, aus dem Jahre 1951:

 

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