Hoch oben im Antiatlas

Wir sind nun zum dritten Tag auf einem Pass (1721m) zwischen Foum Zguid und Taliouine neben einer Piste quer durch den Antiatlas. Der einst hart erkämpfte Weg ist teilweise am zerfallen und entsprechend kamen hier bisher genau zwei weitere Fahrzeuge, zwei uralte Ford Transit, vorbeigehötterlt.

Der Antiatlas ist eine Geröllwüste und die Ortschaften sind Oasen in den Oueds und Mulden zwischen den Bergen. Mit dem wenigen Wasser, das sich dort sammelt, werden dem kargen Boden sorgfältig Gärten abgetrotzt. Neben ihren selbst erstellten Häusern und einigen Tieren haben die Menschen hier wenig. Einige besitzen ein Moto, doch die meisten gehen kilometerweise zu Fuss, oft in simplen Plastikschlarpen. Nur die Strom- und Telefonmasten sind Zeugen vom eigentlich modernen und reichen Marokko. Was manchmal romantisch anmutet, ist meist ganz einfach ein sauhartes Leben in Armut. Omar will jedenfalls weg hier.

Gestern waren wir in der unglaublich schönen, fast betörenden Berglandschaft wandern. Wir bestiegen nahe unseres Biwakplatzes einen Jebel (1910m) und streiften durch die Geröllfelder. Hier findet man Graphit und Spuren deuten daraufhin, dass dieser auch in mühsamer Handarbeit abgetragen wurde.


1 Kommentar zu 'Hoch oben im Antiatlas'

  1. Liebe Susanne,
    lieber Stefan

    wir sind nun seit ein paar wenigen Tagen zurück von unserem Abenteuer in Nepal, das im Vergleich zu Euerer Reise (in die Wüste) ein ‚zuckerschlecken‘ war, inklusive Rundflug um das Himalaya-Gebirge – ein wahnsinniges Panorama!
    Ihr seht Euch alles 1:1 von nah und in Ruhe an, gut so! Insbesondere die Kontakte zu den einfachen Menschen sind sicher sehr anrührend, interessant und vielsagend. Sehr beeindruckend finden wir das was die Franzosen mit dem Schulprojekt* geschaffen haben. Es ist doch (fast) überall so, dass die Eliten des Landes (und hier noch ein König aus dem letzten Jahrhundert) sich noch nie effektiv um eine breite Volksbildung gekümmert haben (Wissen ist Macht, und könnte gefährlich werden); von da her ist es sehr gut wenn beherzte Leute vom Überfluss in Europa etwas abzweigen und es den jungen in Marokko zukommen lassen.
    Das schöne Schulzimmer hat uns an die Schulzimmer-Misere in Namibia erinnert, auch eigentlich ein reiches afrikanisches Land, das aber wenig in die Bildung steckt – dort würde es den Deutschen anstehen, ein wenig ihrer Schuld abzutragen…
    * betreffend den wunderschönen Fotos (gratuliere!), haben wir uns gefragt, ob diese, mit kurzen Bildlegenden versehen, nicht noch viel aussagekräftiger wären?
    Wir sind in Nepal, wegen der Sprachbarriere, logischerweise nicht so tief eingedrungen, haben aber doch von der – ernüchternden – Realität einiges mitbekommen. Unsre Fotos sind noch unbearbeitet auf den Compis – Susanne ist schon wieder im Tessin beschäftigt, und ich bereite mich auf einen Vortrag zum Putsch in Bolivien vor. Ein grässlicher, faschistoider und rassistischer (Rück-)Schlag. Lateinamerika tut uns weh…
    Immerhin, gestern haben wir in Bern eine nationale Demo zustandegebracht, mit Beteiligung von vielen dispers lebenden Latinos aus den diversen Ländern in Aufruhr.
    Es ist noch nicht das Ende der Geschichte, dort und dort!
    Ganz herzliche Grüsse von uns beiden
    René und Susana


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