Les Chutes de Kambadaga

Das Hochland Fouta Djallon in Mittelguinea, eine Region etwas grösser als die Schweiz, ist dank seiner enormen Niederschläge in der Regenzeit das Wasserschloss Westafrikas. Alle grösseren Ströme um Guinea (darunter Senegal, Gambia und Niger) beziehen einen Grossteil ihres Wassers von hier und versorgen damit Menschen der Sahelzone von Mauretanien bis Nigeria mit dem lebenswichtigen Nass. Die vielen, in alle Himmelsrichtungen abfliessenden Flüsse prägen aber natürlich auch die hiesige Landschaft, sie fliessen durch tiefe Canyons und fallen über unzählige, attraktive Wasserfälle.

Um zu den Chutes de Kambadaga am Kokoulofluss zu kommen, verlassen wir in Bourouwal-Tappé kurz nach Pita die N5 nach Westen. Auf einer schmalen und rumpeligen Piste fahren wir an einigen kleinen Weilern vorbei, bis wir bei der letzten Siedlung an einer bunt markierten Schnur von den Dorfverantwortlichen gestoppt werden, um einen Beitrag von 50'000 GNF (5 €) an den Unterhalt der Piste runter zum Fluss zu entrichten. Wir erhalten dafür eine offizielle Quittung, sehen später, dass die übelsten Auswaschungen tatsächlich ausgebessert werden und finden das in Ordnung. Nach insgesamt 15km erreichen wir die Furt durch den Kokoulo und stellen uns dort auf die Felsplatten im trockenen Teil des Flussbetts.

Von hier aus erkunden wir die Kambadaga-Fälle zu Fuss via die Piste, von der Pfade ins dichte Unterholz im Busch abgehen. Zum Vistapoint hoch oben am Rand des Kokoulo-Canyons, wo man einen geniale Übersicht auf die Fälle hat, sind es etwa 1.6km, runter auf die Terrasse zwischen den Fällen knapp 1 km und an den Rand des oberen Falls gerade mal 500m.

Auch zur "Lianenbrücke" ist es nicht weit (300m), man sieht sie sogar vom Biwakplatz aus. Die Brücke ist zwar im traditionellen Stil gebaut, doch die Lianen sind heute durch Drahtseile ersetzt und der Laufstrang ist von schmalen Metallplatten bedeckt. Leider ist sie etwas baufällig und auch die Einstiege wackelig, doch sie wird nach wie vor benützt und ist wohl in der Regenzeit die einzige Möglichkeit den Fluss zu überqueren.

Aber das wirklich attraktive hier ist das Treiben rund um unseren Biwakplatz. Die Furt hier ist weit und breit die einzige und so kommen Leute von beiden Seiten des Flusses zwangsläufig hier durch, um den Fluss zu queren, die Frauen zu Fuss oder auf Mototaxis, die Männer auf ihren eigenen Motorädern. Die Bewohner der nahegelegenen Dörfer kommen aber auch zum Baden, Waschen und Fischen und die Kinder zum Spielen.

Wir lernen hier die ausnehmend freundliche und zurückhaltende Art der Guineer zu schätzen und verbringen an diesem lauschigen Ort vier entspannte, spannende Tage und ruhige Nächte.

2 Kommentare zu 'Les Chutes de Kambadaga'

  1. Coucou
    Quel endroit magnifique!! J'espère que Eq n'a pas trop tracé le gibier dans cette forêt. La faune n'est pas la même qu'en Suisse, aie aie aie...
    Fraternellement
    Catoche

  2. Sehr schöne Impressionen von einem Land, das fernab von jeglichen Touristenströmen liegt und daher weitgehend unbekannt ist für mich. Ich hoffe, es hat keine Krokodile im Fluss!

    Ich wünsche euch (Dreien?) weiterhin viel Spass!

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