Mitte Dezember haben wir an der maurisch-senegalesischen Grenze bei Birette Gaspard kennengelernt. Er war mit dem Fahrrad unterwegs, ganz so, als würde er schnell mal einkaufen gehen. Im Hemd, mit Sandalen auf einem Velo mit Körbchen fuhr er scheinbar gemütlich auf der Dammpiste. Er sei in Frankreich losgefahren und unterwegs zu seinem Bruder, dem Frère Baudouin im Monastère 'Notre Dame de Badi' nahe am Gambia River und dem Niokolo Koba Nationalpark.



Das Trappistenkloster liegt unweit südöstlich von Tambacounda und da kommen wir auf dem Weg von Guinea nach Norden eh vorbei, also planen wir Gaspard und den Mönchen einen Besuch abzustatten. Nach einer schönen Fahrt, am Schluss auf kleinen Pisten zwischen Baumwollfeldern nach Osten um Tamba zu vermeiden, trudeln wir dort am späteren Nachmittag ein und werden herzlich von Gaspard und den Frères Louis und Baudouin empfangen.











Da es schon den ganzen Tag mit 37° sehr heiss gewesen ist, ziehen wir es nach der beschaulichen Sonntagabendmesse, der wir in der klimatisierten Kirche beiwohnen dürfen, erstmal vor, ein paar Kilometer weiter direkt am Gambiafluss einen schattigen Platz im Wald zu beziehen und ein Bad zu nehmen.










In den kommenden vier Tagen kommen hier neben Affen auch schräge Vögel vorbei ...














... und am fünften verlassen wir den schönen Ort und fahren schon früh nochmals zum Monastère, wo wir uns erneut willkommen und sehr wohl fühlen.
Die Trappisten leben ein bescheidenes, kontemplatives Leben in Abgeschiedenheit und Askese. Körperliche Arbeit ist ihnen wichtig und die acht Mönche hier in Badi, betreiben einen landwirtschaftlichen Betrieb. Neben den Gärten für die Selbstversorgung werden um die 10 Hektaren zusammen mit lokalen Angestellten für den Gemüseanbau bestellt und auch etwas Viehhaltung fehlt nicht. Und obwohl Schweigsamkeit für die Trappisten die Regel ist, nehmen die Frères Baudouin, Louis und Bernard nach eigenem Bekunden gerne die Gelegenheit wahr und plaudern ausgiebig mit dem wohl seltenen Besuch. So erfahren wir viel von ihnen und natürlich auch von Gaspard, der uns durch die ganze Anlage führt.















Nachdem wir bei einer weiteren Messe, diesmal mit Gesang, dabei sein durften, werden wir zum Abschied grosszügig mit wunderbar frischem Gemüse beschenkt - ganz herzlichen Dank und alles Gute liebe Frères!






Übrigens war das nicht unser erster Kontakt mit dem strengen Orden, auf unseren Algerienreisen haben wir die Eremitagen von Père Charles de Foucauld in Beni Abbes und auf dem Assekrem besucht, einem der wohl bekanntesten Trappisten.
Was für eine wunderbare Langstreckenradtour! Nicht jeder ist für lange Radtouren geeignet, denn sie erfordern viel Geduld und Köpfchen. Die meisten Menschen gehen lieber zu Fuß und kommen so schneller ans Ziel. Das Fahrrad ist ein guter Freund für den geduldigen Menschen.
Ciao Micha, salu Catoche.
Ob den Meerkatzen, die hoch oben in den Bäumen unterwegs sind, ist Eq richtig in Rage gekommen, doch ihre verzweifelten Jagdversuche wurden schnatternd und schimpfend verhöhnt. Als die Paviane am Boden aufkreuzten, hat sie schon nach dem ersten Satz in deren Richtung auf Nichtbeachtung umgeschaltet und kleinlaut unsere Nähe gesucht, wohl eine weise Reaktion 🙂
Salutations, Stephan
Quels beaux oiseaux! Comment Eq a réagit face aux singes?
Magnifique de pouvoir vous suivre ainsi avec de si belles photos et des commentaires intéressants.
Bonne route
Hallo Ihr Lieben,
Wow, durch deine Beschreibung kann man die Ruhe und Gelassenheit dieser Trappisten geradezu mitfühlen. Beneidenswert, wie sie das einfache und sicherlich oft beschwerliche Leben in der Einsamkeit zufrieden meistern.
Machten euch diese Paviane nicht manchmal das Leben schwer und haben euch Sachen geklaut? In meiner Erinnerung sind sie sehr gefitzte und schon etwas freche, aber liebenswerte, Nachbarn. Wie reagierte Eq auf sie?
Wir denken viel an euch und wünschen euch weiterhin so wunderbare Erlebnisse, Micha
Ich bin beeindruckt, wie schlicht und ohne grossem Gepäck Gaspard mit dem Velo unterwegs ist. Danke Euch für den Newsletter, den ich immer mit grossem Interesse lese, auch der Link zu den Trappisten, spannend. Zu einem Trappistenbier hat es anscheinend nicht gereicht, liebe Grüsse in den Süden, Fabian
Leider nein - so haben wir die Schärfe der feinen Chilipaste, die wir von den Mönchen geschenkt bekamen, halt mit profanem, senegalesischem Gazelle gekühlt ...