Abends kommt Alseny vorbei, mit gelbem Helm und oranger Weste mit dem Firmenlogo von HUAYU drauf. Er ist stolz, hat er doch einen Job bei der chinesischen Gesellschaft erhalten, die hier im grossen Stil im Bauxitbusiness mitmischt. Er ist müde und hungrig und erzählt uns beim zNacht schmunzelnd von der Einführung auf der Baustelle, wo eine neue Anlage zur Herstellung von Tonerde, dem Vorprodukt von Aluminium, entstehen soll: "Die Regeln sind einfach. Erstens, wenn Chef Li spricht, hört man zu, zweitens, wenn Chef Li nicht spricht, hält man den Mund und drittens, was Chef Li anordnet, wird befolgt."
Alseny, 24-jährig, aus dem Fischerdorf Koukoudé, hat einen Dreijahreskontrakt abgeschlossen, ist jetzt Nummer 57 und erhält ein Anfangsgehalt von 3'000'000 GNF (~ 300€) im Monat, was für ihn passt. Er steht also ab sofort sehr früh auf, geht 7km zu Fuss zur Arbeit, steht 10 Stunden am Tag und 6 Tage die Woche an einem Betonmischer, ist dort für seine Sicherheit selber verantwortlich (ein paar FFP-Masken hatten wir übrig) und hat sich selber zu verpflegen (die Kantine ist nur für die Chinois da).



Guinea fördert seit 2023 weltweit am meisten Bauxit und verfügt zudem über die grössten Reserven des roten Erzes. Der Abbau findet im Tagebau statt, wobei die obersten Erdschichten einfach weggesprengt werden und das Erz dann auf breiten, gerade und rücksichtlos durch den Urwald gefrästen Pisten von einer Armada von Lastwagen zu den Aufbereitungsanlagen und den Verladestationen am Meer gekarrt wird. Die Umweltschäden und der Wasserverbrauch (insb. zur Staubbindung) sind enorm, der Staub und der anhaltende Lärm gesundheitsgefährdend, Lebensstrukturen werden durch die firmenexklusiven Pisten zerschnitten und Menschenrechtsverletzungen sind alltäglich.














Firmen aus vielen Ländern teilen sich dessen Abbau, doch seit die Militärregierung ab 2024 die lokale Verarbeitung des Bauxits zu Tonerde fordert und die Verträge für den Bau der dazu nötigen Infrastruktur wie Strassen, Raffinerien und Häfen vor allem an chinesische Unternehmen vergibt, wächst die Bedeutung der Chinesen, was nordwestlich von Conakry von Boffa bis zum Cap Verga augenfällig ist.














[…] der Baustellen und der Schiffsverladeanlagen am Cap rund um die Uhr ist unerträglich (mehr dazu: 1 […]
Danke für diesen aufschlussreichen Bericht über Geschehnisse, die uns unsere Medien, im ganzen Rummel um Trump, Russland, Ukraine, Venezuela, Iran und nicht zu vergessen Israel und Gaza, gar nichts berichten!
Ich bin froh, dass ich schon so alt bin und nicht mehr miterlebe, wie die Chinesen die ganze Welt auch sichtbar übernehmen. Noch meistens unsichtbar ist das ja schon geschehen.
ich sage mir das mehrmals am tag, das ich froh bin so alt zu sein, das ich nicht lang zusehen muss was die idiotischen Politiker anstellen und herausplapern.
vor allem in USA. Deb
Ja Mom, es ist ein schlamassel...nun kommt aber endlich Widerstand auf...
Möge es anhalten
Lebe noch eine Weile...und gib die Hoffnung nicht auf.