Wir haben den Senegal schon im Westen der Atlantikküste, im Norden und Osten dem Senegalfluss entlang und im Süden durch die Casamance bereist. In den rund einen Viertel der Landesfläche ausmachenden Ebenen im Zentrum waren wir noch nie und haben auch nie andere Reisende angetroffen, die von dort zu erzählen wussten.
Die Region, die als Ganzes auch mit dem Namen ihres östlichen Teils als Ferlo bezeichnet wird, scheint auf den ersten Blick unattraktiv. Das endlos flache, meist auf einer Höhe um die 50m liegende Busch- und Baumsavannengebiet ist mit 300-600mm jährlichem Niederschlag das wasserärmste und eines der heissesten Senegals. Die Bevölkerungsdichte ist mit etwa 5 Personen pro Quadratkilometer zwar sehr niedrig, doch die wenigen in kleinen Dorfgemeinschaften oder Clans lebenden Menschen betreiben neben etwas Subsistenzlandwirtschaft in den lichten Wäldern und dem hohen, trockenen Gras eine recht extensive Viehzucht.
Um die große Vielfalt an Ökosystemen und Vegetationstypen im Ferlo vor Übernutzung zu schützen und eine nachhaltige Forstwirtschaft zu fördern, wurden schon ab 1972 diverse Gebiete als sylvopastorale Waldreservate und Wildschutzgebiete ausgeschieden. Die grössten darunter sind der 'Forêt Classée des Six Forages' und die 'Réserve de Faune du Ferlo' (IUCN), welche 2012 zum UNESCO Biosphärenreservat erklärt wurde.



Das macht uns nun doch recht neugierig und wir entschliessen uns auf dem Weg nach Saint Louis das Ferlo zu erkunden. Dazu verlassen wir Tambacounda auf der N7, der einzigen durchgehend nach Norden führenden Route, die wir ausfindig machen konnten. Schon nach wenigen Kilometern entpuppt sich die Route National N° 7, anfänglich eine passable Piste, als Feldweg und später als herausfordernde Auswahl von Slalomspuren durch den Savannenwald.

















Hier scheint die Zeit meist stehen geblieben zu sein und die senegalesische Welt noch fast in Ordnung ...
























Bei Oudalaye stossen wir schliesslich für die letzten 40km auf ein breites geschobenes Trassee und unsere gut 220km lange Fahrt am Ostrand des 'Réserve de Faune du Ferlo Sud' entlang endet bald an der Tankstelle von Ranérou an der N3, der Strasse nach Saint Louis.







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