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Nouakchott

Genau zur Mittagszeit erreichen wir die Hauptstadt der Mauren und arbeiten uns durch den chaotischen Verkehr. Am nächsten Morgen gehen wir zur Botschaft von Mali und erhalten dort recht schnell und unkompliziert unsere Visa.
Uns bleibt also genug Zeit auch gerade noch bei der Algerischen Botschaft vorbei zu gehen. Die Grenze zwischen Mauretanien und Algerien bei Tindouf ist seit August 2018 nach langer Zeit wieder offen. Wir sind aber die ersten westlichen Touristen, die von hier aus nach Algerien fahren wollen, sodass die Leute auf der Botschaft erstmal erstaunt sind. Wir werden aber sehr nett empfangen, können dank der Einladung der Polisario die Visaanträge stellen und es wird uns gesagt, dass der Sache eigentlich nichts im Weg stehe.

In der Hoffnung die Visa schon bald zu erhalten, entschliessen wir uns noch einige Tage in Nouakchott darauf zu warten. So müssten wir auf der Rückreise nicht nochmals hier vorbei kommen. Bei Hadj auf dem Camping ‚Tergit Vacances‘ direkt am Meer lässt es sich auch aushalten. Achat geniesst es in den Wellen und im Sand und die Abkühlung abends ist angenehm. Nicht weit neben dem Badestrand, wo wir mitkriegen, was Mauren so in ihrer Freizeit tun, befindet sich der Pirogenhafen und pulsiert das harte und schmutzige Leben rund um die Fischerei.

Vom Hnouk Canyon nach Nouakchott

Aus dem Oued Hnouk machen wir uns dazu auf, den grossen Erg Amatlich in Richtung Südwesten nach Nouakchott zu durchqueren. Was uns auf den kommenden ca. 350km erwartet, wissen wir nicht wirklich. Wir haben zwar einen alten GPS-Track, aber nur vage Infos zur kaum befahrenen Route. So werden die nächsten drei Tage recht spannend und intensiv. Die Vielfalt der Landschaft und der Beschaffenheit des Geländes überrascht uns und die Anforderungen an die Orientierung sind immer wieder herausfordernd.

Ein Brunnen unterwegs: Eine solarbetriebene Tauchpumpe fördert das Grundwasser aus etwa 5m Tiefe an die Oberfläche.

Ansonsten sind einige Nomaden, die verlassene Mine bei Bou Naga, Autowracks und eine künstliche, fast schon absurde Privat-Oase die wenigen Zeugen menschlichen Daseins auf mehr als dreihundert einsamen Kilometern …

Die letzten weichsandigen 60km kurvt Susan elegant zwischen den Büschen über die sich endlos dahinziehenden kleinen Dünen bis wir dann ziemlich abrupt auf der Route de l’Espoir landen. Nach weiteren 70km auf der Teerstrasse kommen wir dann in der Millionenstadt Nouakchott an.

Via Aoujeft ins Oued Hnouk

Auf dem Weg nach Aoujeft auf dem Adrar-Plateau, wächst der ohnehin schon starke Wind zu einem veritablen Sandsturm heran. Das scheint hier oft so zu sein, denn die neue Teerstrasse ist bereits an vielen Stellen von recht grossen Dünen fast blockiert. Entgegenkommende Militärkonvois haben damit ihre liebe Mühe und versenken ihre Landcruisers gleich reihenweise.

Etwa 25km nach Aoujeft fällt die Strasse vom Plateau ab und quert das breite Oued Timinit. Wir reduzieren den Reifendruck auf 2 bar und verlassen die Teerstrasse ins weichsandige Oued. Wegen dem Sandsturm ist die Orientierung schwierig und schon nach wenigen Kilometern versenke ich den Sprinter aufgrund einer Fehlentscheidung komplett. Wir haben über eine Stunde, um ihn frei zu bekommen, fahren dann aber mit nur 1 bar Druck recht locker weiter.

Im abgelegenen, kleinen Ort Ouagchogga, dem letzten Ort für die nächsten 400km, sind wir über das Angebot im kleinen Dorfladen genauso erstaunt, wie die Besitzerin dann über unseren Einkauf. Nach einer kurzen, aber heftigen Passage über Felsen, erreichen wir jedenfalls mit zwei tiefgefrorenen Yogidrinks das Tagesziel, den imposanten Canyon am Ende des Oued Hnouk, wo wir dann einen fast windstillen Platz für die Nacht finden.

Passe-Avant et al

Für die temporäre Einfuhr bzw. Inverkehrssetzung unseres Fahrzeugs brauchen wir hier in Afrika jeweils ein länderspezifisches Dokument der Zollbehörden oder einen Stempel im ‚Carnet de Passage en Douane‘ (CPD), für welches wir beim TCS eine Kaution hinterlegen mussten. Hier in Mauretanien ist es ein sogenanntes Passe-Avant, welches leider bloss 30 Tage gültig ist und bald abläuft.
Beim zweiten Anlauf beim Zoll in Atar, haben wir Glück und treffen den Douanier Abdellahi, der uns weiterhilft. Weil er selber keine Verlängerung ausstellen darf, macht er ein Foto des alten Passe-Avants, schickt dieses per Whatsapp nach Nouakchott in die Zollverwaltung und druckt anderntags das verlängerte, das er auch wieder als Foto erhalten hat, irgendwo für uns aus.

Nachdem wir nun alle Dokumente für einen weiteren Monat in Mauretanien haben, ergänzen wir unsere Vorräte, füllen Tanks und Bidons auf und fahren wieder zur nahegelegenen Barrage im Oued Seguelil, wo wir erstmal drei gemütliche und auch für Achat herrliche Tage am einsamen See verbringen, bevor wir uns in Richtung Nouakchott, der Hauptstadt Mauretaniens, aufmachen.

Bei und in Atar

Etwas südlich von Atar gibt es im Oued Seguelil seit kurzem eine Barrage, zu der man von der N1 auf einer kurzen Piste hinfahren kann. Wir stellen uns oben am Rand der Falaise in die schwarzen Felsen, von wo man einen schönen Blick auf das Oued und den Stausee hat. Im Moment gibt es hier zwar nicht besonders viel Wasser, zwei verlassene Siedlungen zeugen aber von einem potentiell höheren Wasserstand. Dem Achat gefällt es aber auch so …

Da wir unseren Aufenthalt in Mauretanien ausdehnen wollen, müssen wir anderntags nochmals nach Atar. Jeden Samstag morgen kommt hier nämlich ein Flugzeug aus Paris an und genau dann kommt man im Zollbüro am Flughafen problemlos zu neuen Visa. Bei einer Agentur in der Stadt haben wir danach auch noch schnell die Versicherung für das Auto verlängert, doch beim Passe-Avant hapert es. Der zuständige Zollbeamte arbeitet erst am Montag wieder und das Papier wird nur in Nouakchott ausgestellt. Also müssen wir noch einige Tage im ‚Bab Sahara‘ darauf warten.

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