Afrika 2025-2026

Eindrücke vom Sine-Saloum

Rund ums Campement L'Eden

gibt's auch Affenbrot vom Bobab,

entlang dem Strand von Palmarin

einen Blick in vergangene Zeiten und

den Batik-Rasta aus Togo,

beim Saloum-Delta die Mangroven,

die Sektenmilz Chababoul Fayda und

eine Catfish-Zucht

und in Djifer den Fischerhafen.

Flaschen-Fenster

Eigentlich war es nicht mehr zu erwarten, doch nun hat es mich tatsächlich das erste Mal in meinem Leben noch in eine Weihnachtsmesse verschlagen. Und das ausgerechnet hier im kleinen Ort Palmarin in der katholischen Kirche 'Jmmaculée Conceptjon' (Unbeflecktes Empfängnis), der ältesten im Senegal, einem Land mit mehr als 95% Muslimen.

Obwohl Konfessionsloser protestantischer Prägung, haben mich die Andacht und die fröhliche Auslegung der Liturgie berührt und die afrikanischen Interpretationen des Chors beeindruckt.
Doch richtig fasziniert, haben mich die Fenster aus in klaren, aber raffinierten Mustern eingemauerten Flaschen verschiedenster Art. Was von aussen eher unscheinbar und bescheiden in Schwarz-Weiss erscheint, wird durch das Sonnenlicht im Innern zu einer kreativen Farbenpracht.

Die friedliche Koexistenz von Islam und Christentum im Senegal gilt als einzigartig in der Region, religiöse Toleranz, unmittelbares Nebeneinander und interreligiöses Miteinander haben eine lange Tradition. So sind gemischtreligiöse Familien, gemeinsame Friedhöfe oder die gegenseitige Teilnahme an Festen wie Weihnachten und Eid el Fitr keine Seltenheit (mehr dazu: 1 2 3).
Doch der Einfluss des Islams wahhabitischer bzw. salafistischer Prägung nimmt seit einigen Jahren stark zu. Aus reichen Golf-Staaten und der Türkei etwa fliesst viel Geld in das arme Land und überdimensionierte, prunkvolle Monstermoscheen spriessen wie Pilze aus dem Boden. Besetzt werden diese dann mit rigiden, fundamentalistischen Imamen, die leider immer mehr an Einfluss gewinnen. Seine vehemente Kritik daran wahr wohl einer der Gründe für die Abwahl des letzten Präsidenten Macky Sall.

Sleeping Camel Senegal

Nach einem etwas zu langen Aufenthalt in der 'Zebra Bar' fahren wir erstmal nach Somone zu Phil ins 'Sleeping Camel Senegal' (N14.49155°, W17.08116°), wo's, obwohl erst seit kurzem im Aufbau, bereits schöne Zimmer und einige Stellplätze im Schatten gibt.

Wir kennen Phil von Bamako, wo er und Matt seit vielen Jahren mit 'ScootWestAfrica' alternative Reisen anbieten und das 'Sleeping Camel' betreiben, welches für Expats und Reisende die Location ist ... oder besser war. Denn seit die Djihadisten der JNIM bis in den Südwesten Malis "erfolgreich" Anschläge verüben und die zu "Hilfe" geeilten Russen des Africacorps (fka 'Wagner') die Menschen noch zusätzlich terrorisieren, sind die Grenzen für Reisende geschlossen und Visa werden nur noch für Flugreisen nach Bamako ausgestellt, das dann aber kaum verlassen werden kann.
Phil und Matt haben sich deshalb nach einem zusätzlichen Standort umgesehen, von dem aus sie ihre Reisen anbieten können - das schöne Mali haben sie aber nicht aufgegeben!

Birette - Diama

Wie schon im letzten Bericht erwähnt, sind wir via Birette/Diama von Mauretanien in den Senegal eingereist.
Trotz der bekannten Nachteile, der schrecklich kaputten Dammpiste bis zur Grenze und dem Nichtabstempeln des CPD (Carnet de Passage en Douane), ist dies definitiv die bessere Option als Rosso, von wo nach wie vor viele über ätzende, langwierige und teure Grenzübertritte berichten, bis hin zu Übernachtungen auf dem Grenzgelände und Kosten von gegen 700€.
Hier ging alles straightforward und nach anderthalb Stunden waren wir mit CFAs, Orange-SIM und Versicherung ausgestattet im Senegal. Und was die Dammpiste angeht, haben wir diesmal zudem eine bessere Variante gefunden. Wir sind auf der ganz neuen Asphaltstrasse bis zum Hafen Port de N'Diago und dann auf harter Piste durch den Parc de Diawling gefahren. So entgeht man bis auf die letzten 10km der schrecklichen Rumpelpiste und findet erst noch einen schönen Platz im Park zum übernachten.

Für die, die in nächster Zeit ebenfalls in den Senegal unterwegs sind, hier die aktuellen Details zum Grenzübertritt ...

  • bei der Ausreise am maurischen Grenzposten Birette:
  1. Vor der ersten Barriere eine Gemeindegebühr (100 MRU gegen Quittung) bezahlen, danach rechts parkieren.
  2. Dem Geldwechsler, dem SIM-Verkäufer und dem Versicherungsagenten auf der Strasse freundlich zusagen, sie nach den ganzen Prozeduren zu berücksichtigen. Sie verdanken einem dies mit nützlichen Hinweisen und warten geduldig.
  3. Im Gebäude links bei der Police vor dem Büro links warten, bis man hereingebeten und abgefertigt wird.
  4. Mit dem Wagen nur wenig vorrücken und rechts parkieren.
  5. Im Gebäude links am linken der vergitterten Schalter beim Douane antraben und nach der Abfertigung einen Passierschein erhalten.
  6. Nun bei den Strassenhändlern Euros gegen CFAs wechseln und eine Orange-SIM erstehen (800 MRU inkl. 12 GB).
  7. An der zweiten Barriere den Passierschein abgeben und ausreisen.
  • und nach der Fahrt über den Damm und die Brücke bei der Einreise am senegalesischen Grenzposten Diama:
  1. Vor der ersten Barriere beim Gebäude rechts die Brückengebühr (400 MRU gegen Quittung) bezahlen, dann nach der gelben Schleuse auf dem Parkplatz links vor dem Douane parkieren.
  2. Beim Gebäude auf der anderen, der rechten Strassenseite zum Aussenschalter der Police gehen, um mit Fingerabdrücken und Foto erfasst zu werden.
  3. Dann wieder zurück auf die linke Seite gehen, am Aussenschalter beim Douane das CPD vorweisen und ein 48h-Passeavant erhalten (5000 CFA gegen Quittung; ohne CPD kann für 150 bis 250€ auch ein länger gültiges Passeavant gelöst werden).
  4. Beim Strassenagenten wie versprochen die Versicherung lösen, entweder bloss für den Senegal oder gleich für alle CEDEAO-Staaten die 'Carte Brune' (2000 MRU für 60 Tage, Preis aushandeln!).
  5. An der zweiten Barriere eine Parkgebühr (1000 CFA gegen Quittung) bezahlen und in den Senegal einreisen.

Der einzige Nachteil an diesem Grenzübergang ist, dass die Senegalesen hier vor Ort das CPD nicht abstempeln und man mit dem Passeavant für zwei Tage nur wenig Zeit bekommt, das beim Douane in Dakar (N14.69528°, W17.43672°) nachzuholen.
Drei Möglichkeiten bleiben einem: Erstens man fährt halt innerhalb von 48 Stunden nach Dakar, zweitens man lässt es draufankommen, hofft, bei den Polizeikontrollen auf der Strasse nicht nach dem Passeavant gefragt zu werden (was wir persönlich auch nicht wurden) und behauptet auf Anfrage beim Zoll in Dakar, dass man mit dem abgelaufenem Passeavant gar nicht gefahren sei, drittens man nimmt das Angebot in der 'Zebra Bar' an, das Abstempeln für 50€ durch einen Taxidienst erledigen zu lassen.

Durch den Parc du Diawling in den Senegal

Vom Port de N'Diago geht's ca. 20km auf einer zwar schmalen, aber harten und bald komfortablen Piste durch den kleinen 'Parc National du Diawling', wo wir mittendrin übernachten und es spannend ist, auf Pirsch zu gehen.

Anderntags stossen wir dann für die letzten 10km zur Grenze in den Senegal auf die schreckliche Dammpiste, die in der Regenzeit zeitweise gar unpassierbar ist. Der Grenzübergang Birette/Diama selber ist hingegen ziemlich easy zu passieren und wir sind nach anderthalb Stunden bereits im Senegal.

Die erste richtige Stadt im Land, Saint Louis mit Festland, Ile und Landzunge, ist attraktiv und etwas weiter südlich im von den Schweizern Ursula und Martin aufgebauten und von ihnen sorgfältig unterhaltenen Campement 'Zebra Bar' ist's richtig komfortabel.

 

Via Nouakchott in den Süden

In Mauretanien werden wir noch viel Zeit verbringen, auf der Rückreise nach Norden dann, aber jetzt geht's erstmal in den Süden.

Die 450km lange Strecke von Atar in die maurische Hauptstadt Nouakchott ist auf der meist gut asphaltierten RN1 problemlos hinter sich zu bringen.

In Nouakchott stehen wir auf dem Platz unseres lieben Freundes Hadj direkt am Meer. Leider ist die Infrastruktur hier gerade in einem etwas uncharmanten Zustand, hatte Hadj doch einige zu nah am Meer liegende Installationen abzureissen, ganz im Gegensatz zum Hotel eines regierungsnahen Besitzers gleich nebenan. Trotzdem sind wir gerne hier bei Zoban, Amadou, Omar und dem pakistanischen Koch Souber.

Am 18. Dezember wird auch hier, wie im ganzen arabischen Raum, der Tag der Polizei gefeiert und es sind bereits Vorbereitungen im Gange - nicht nur für das Fest, sondern wohl auch gegen etwaige Opposition.

Nach drei Nächten fahren wir wieder auf der RN1 nach Süden, vor uns der Grenzübergang Birette/Diama in den Senegal, der normalerweise auf einer ziemlich rumpeligen Dammstrasse durch das Mangrovengebiet am Rand des 'Parc National du Diawling' entlang zu erreichen ist. Diesmal entscheiden wir uns für die Variante durch den Park und staunen nicht schlecht ab der nigelnagelneuen Teerstrasse bis N'Diago, einer von den Chinesen gebauten Hafenanlage.

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