Mauretanien

Die Türen von Oualata

Einst war Oualata eine blühende Karawanen- und Pilgerstadt, hier wurden Gold, Salz und Sklaven gehandelt und Wissen gelehrt, bis die Stadt vor gut 500 Jahren ihre Bedeutung dem aufstrebenden Timbuktu abtreten musste. Heute gehört Oualata für seine lehmverputzten Steinhäuser zwar zum UNESCO-Weltkulturerbe, doch die Altstadt scheint sich dennoch selbst überlassen und ist dem Verfall ausgesetzt. Was aber offenbar bleibt, ist die Tradition, die Häuser um die Türen mit symmetrischen Ornamenten zu verzieren.

Elefanten in der Wüste

Auf der Route von Néma nach Tidjikja kommt man an den 'Rocher de Makhrouga' vorbei, oder besser, man kommt eben nicht einfach daran vorbei. Das Felsenlabyrinth fasziniert und lädt zum Verweilen ein, zum Erkunden, Erklettern und Interpretieren.
Die Sandsteinformation wird nicht umsonst auch Elefantenfelsen genannt.

Dhar Tichit

Auf den Klippen am Nordrand des Aoukâr-Beckens finden sich auf mehreren Hundert Kilometer verstreut die Überreste neolithischer Siedlungen. Viele davon sind im Lauf der Jahrtausende zerfallen, im Sand verschwunden und nur auf Satellitenfotos auszumachen. Von einigen sind aber noch Mauerreste und seltsame Steingruppierungen zu sehen, wie etwa bei El Makhsar.

Die bekannteste und besterhaltenste dieser Stätten ist wohl Akreijit, eine Siedlung des Dhar Tichit. 

Sag mir wo die Fichen sind, ...

Nachdem wir in gut einem Monat bereits so gegen 70 Fichen in die Hände Maurischer Organe gedrückt haben, fragen wir uns manchmal schon: "wo sind sie geblieben?".
Wurden sie abgeheftet, in eine Schachtel verbannt, als Notiz- oder Klopapier verwendet oder einfach weggeworfen? Das können wir so natürlich nicht beantworten, doch wir können Euch von einigen zeigen, wo sie das letzte Mal gesehen wurden.

Nach Atar ins Bab Sahara

Viele unserer grösseren Touren in Mauretanien, seien sie im Norden, im Osten oder Süden des Landes, begannen oder endeten im zentral gelegene Atar. Auch diesmal, nach der langen 'Elefantenfelsen'-Route, zieht es uns von Tidjikja her dahin.

Und in Atar freuen wir uns jedes mal von Neuem aufs 'Bab Sahara', auf die kleine, sympathische Camping-Auberge mit der liebenswürdigen Chefin und dem überaus netten und hilfsbereiten Staff. Hier gibt es Schatten spendende Bäume, lauschige Stellplätze, Katzen, Vögel, abends exquisites Essen und manchmal sogar Kino.

Justus, den wir heuer im 'Bab' nicht mehr begrüssen konnten, hat das alles in den letzten drei Jahrzehnten liebevoll aufgebaut. Seine Ideen prägen hier alle Details, in den vielen angesammelten Dingen, die's hier zu bestaunen gibt, stecken seine Geschichten und die 125 von ihm zusammengetragenen, alten Türen geben dem Ort seinen Namen.
Leonie sei Dank dafür, dass die "Tür zur Sahara" das ist und bleibt, was es immer war, ein Ort um sich auszuruhen oder einfach bloss wohl zu fühlen.

Alles Filter oder was ?

Eigentlich wollen wir Atar schon längst nach Norden verlassen und haben es auch schon zweimal versucht.
Das erste Mal wollten wir auf der recht anspruchsvollen El Hassiane-Route nach Zouérat, haben die Fahrt aber wegen Unstimmigkeiten, temporärem Motivationsmangel und nicht zuletzt wegen einigen spontanen Abschaltungen des Motors abgebrochen. Also ging's, nach einem Abstecher auf der im letzten Jahr wieder instand gestellte Piste durch den Amogjar-Canyon zum gleichnamigen Pass, zurück nach Atar. Unterwegs kam es zu keinen weiteren Problemen mit dem Motor und ich konnte auch keine Hinweise auf irgendeinen Defekt finden. Also machten wir uns das zweite Mal auf den Weg nach Norden, diesmal bequem auf dem Asphalt der RN1. Doch leider kam es unterwegs wieder und immer häufiger zu den Motorabschaltungen, sodass wir kurz nach Choum abermals drehten und zurück nach Atar fuhren.

Nun sind wir also wieder im 'Bab Sahara' und können uns hier in Ruhe der seltsamen Sache annehmen, dass unser Motor bei grosser Last mit einer EDC-Warnung spontan abstellt, danach aber problemlos neu gestartet werden kann.
Die Diagnose fällt einhellig und einleuchtend aus: die Spritzufuhr ist ab einer gewissen Last unzureichend. Doch wo's genau hapert, gilt es noch zu klären; in Frage kommen die Tankentnahme, Leitungen, der Dieselfilter, die Förder- oder die Hochdruckpumpe.

Auch mit einer "alternativer Dieselversorgung" bleibt jedoch der Effekt bestehen, also liegt es weder an der Tankentnahme noch an verstopften Leitungen.

Einen Ersatz für den Dieselfilter habe ich nicht dabei, doch mein Versäumnis lässt sich erstaunlich leicht korrigieren. Bei Abdellahi mit Foto bestellt, sind zwei solche aus Nouakchott bereits anderntags hier und einer davon auch schnell verbaut. Und nach dem Aufschneiden des alten Filters ist klar, dass wir wohl die Ursache des Übels gefunden haben, denn das Filtergewebe ist von einer schleimigen, schwarzen Pampe schon fast zugeklebt.

Leider lässt sich das aber nicht gleich überprüfen, weil nach dem dritten Startversuch und einem seltsamen Geräusch der Anlasser nur noch leise säuselt. Sicherungen checken, Kurbelwelle leicht drehen, fluchen ... das alles hilft nichts und nach dem Ausbau des Starters wird auch klar warum. Also ist wiederum Abdellahi gefragt, der den wohl einzigen in Nouakchott auffindbaren passenden Austauschstarter von Mercedes ziemlich vergoldet. Aber für das viele Geld halte ich das Teil tatsächlich am nächsten Morgen in den Händen und montiere es umgehend. Nach einigen, erst erfolglosen Startversuchen füllen wir den Kraftstofffilter nochmals fein säuberlich mit einer Spritze randvoll und bringen danach den Motor mit dem letzten Saft der Batterie zum Laufen - heureka 🙂

Auf der darauf folgenden Probefahrt läuft der Motor auch unter Volllast einwandfrei, was zeigt, dass die Abschaltungen tatsächlich auf den extrem verdreckten Dieselfilter zurückzuführen waren. Offen bleibt aber, woher der Dreck im Diesel kommt und wieviel davon noch im Tank ist? Doch für diesen Fall haben wir nun ja einen weiteren Filter im Gepäck 😉

Übrigens, herzlichen Dank an Dominik Pfister (LARAG), Hysni Gashi, Marc Stutz (MERBAG) und Michi (aus Bayern) für Eure wertvollen Tipps !

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