Senegal

In der Casamance

Der Grenzübertritt von Gambia in die Casamance, die Region im Südwesten Senegals, gestaltet sich recht unkompliziert und so gelangen wir in kurzer Zeit von Gunjur ins kleine Fischerdorf Abéné, wo wir bei Faturomé einen schönen, ruhigen Platz finden.

Zwei Tage später geht's ins Landesinnere, wo die zunehmenden Strassenkontrollen durch das Militär zeigen, dass der über 30-jährige bewaffnete Konflikt zwischen der lokalen Autonomiebewegung und der Zentralregierung noch nicht beendet ist. Wir verbringen den Ostermontag in der schönen Regionshauptstadt Ziguinchor am Casamance-Fluss, fliehen dann aber nach einer feuchtheissen Nacht in einem Stadtpark vor der extremen Hitze erneut ans Meer, diesmal in die südwestlichste Ecke Senegals.

Anniversaire de l'Indépendance

Am 4. April 1960 erlangte Senegal die Unabhängigkeit als souveräner Staat. In den kleineren Städten feiert man den nationalen Unabhängigkeitstag aber ein bis zwei Tage früher, um die grosse Feier vom 4. April in der Hauptstadt Dakar nicht zu konkurrieren. So standen wir in Bignona am 2. April unvermittelt mitten in einem solchen lärmigen und farbigen Fest mit pathetischen Reden von Offiziellen, lustigen Auftritten von Schulkindern, Sportlern und Kooperativen und eher ernsten Paraden der Gendarmerie, der Pompiers und vom Militär, begleitet von Cheerleaders und Musikanten.

Bom dia Guinea Bissau

Trotz der Temperaturen von bis zu 40°C abseits der Küste halten wir am Plan fest, auch Guinea Bissau zu besuchen. Dazu kehren wir erstmal nach Ziguinchor zurück und ergattern uns auf dem dortigen Consulado des Landes die nötigen Visa. Nach einigen weiteren Besorgungen, 20km Fahrt und dem einfachsten Grenzübertritt auf unserer bisherigen Reise befinden wir uns in São Domingos im Norden Guinea Bissaus. Und auch hier lockt das Meer, das wir auf einer anstrengenden Piste durch unterdessen subtropischen Wald beim kleinen Ort Varela erreichen.

Via Pirada zurück in den Senegal

Saltinho war der südlichste Punkt unserer Reise und wir sind nun eigentlich auf dem Heimweg. Da die extreme Hitze ein entspanntes Reisen ohnehin kaum mehr zulässt, wollen wir erstmal zügig zurück nach Mauretanien. Den Niokola Koba Nationalpark im Osten vom Senegal wollen wir allerdings nicht auslassen und so machen wir uns auf den Weg nach Pirada, dem östlichsten Grenzübergang zwischen Guinea Bissau und dem Senegal.

Von Bambadinca kommen wir vorbei an Reisfeldern schon bald nach Bafatá, die mit knapp 30'000 Einwohnern zweitgrösste Stadt des Landes. Das koloniale, portugiesisch geprägte Quartier unten am Rio Geba ist ausser der renovierten Kathedrale heruntergekommen und wirkt verlassen. Auch das Restaurant mit Schwimmbad hat seine besten Tage hinter sich, wir bekommen aber immerhin noch ein schön kaltes Bier.

Danach geht's weiter bis nach Gabú, wo wir auf eine ganz passable Piste in den Norden abbiegen. Die Piste führt durch grössere, noch zusammenhängende Urwaldstücke, was dem hiesigen Schutzprogramm zu verdanken ist. Kurz vor der Grenze fahren wir von der Piste in ein trockenes Flussbett, stellen uns in den Urwald und geniessen einen paradiesischen letzten Abend in Guinea Bissau trotz Hitze und etlicher Moskitos.

Anderntags sind wir dann schon früh in Pirada und nach korrekten und recht effizienten Prozedere haben wir die Grenze schnell hinter uns. Doch schon im nächsten Dorf, wo wir uns ein Eiersandwich machen lassen, wird uns klar gemacht, dass wir wieder im Senegal sind.

Parc National Niokola Koba

Nach einer langen Fahrt durch die immer heisser und trockener werdende Savanne nach Tambacounda , freuen wir uns auf die Wassadou Lodge am Gambia River im Urwald des Niokola Koba Parks.

Der Park ist berühmt für seine diversen Antilopenarten und beherbergt auch noch einige Löwen. Diese bekommen wir leider nicht zu Gesicht, doch auf unseren Streifzügen können wir Nilpferde und viele lustige Affen beobachten.

Dem Senegal entlang in den Norden

Die etwa 600 km lange Grenze zwischen dem Senegal und Mauretanien verläuft dem Senegal-Fluss entlang, welcher aber nur ganz im Norden bei den zwei Orten Rosso (Fähre) und Diama (Brücke) mit Autos zu überqueren ist. Wir versuchen deshalb von Kidira im Osten des Senegals via Mali nach Mauretanien zu reisen, was scheitert, weil auf Druck der EU und der USA keine Visa mehr direkt an der malischen Grenze ausgestellt werden.
Also nehmen wir die lange Route dem Senegal entlang unter die Räder und fahren bei Tagestemperaturen von um die 40°C über meist extrem schlechte Strassen in den Norden. Entschädigt werden wir dafür durch die wunderschöne Sahelzone mit all ihren Varianten, das fruchtbare, grüne Gebiet dem Fluss entlang und das bunte Leben neben der Strasse.

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